CapitalPath Impuls

Wer an deinem Einkommen hängt

Ein Impuls über eine Zeile aus „Spider-Man“ (2002) und die Frage, was deine Familie hätte, wenn dein Einkommen durch einen Todesfall wegfällt. Mit dem, was die Rentenversicherung zahlt, und dem, was sie nicht abdeckt.

Nilesh Kulkarni · CapitalPath

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Abstrakte Illustration: ein kleines Haus unter einem schützenden Bogen, daneben drei Kreise unterschiedlicher Größe und ein ruhiger Pfad zu einem offenen Kreis.

Remember, with great power comes great responsibility.

Onkel Ben Parker (Cliff Robertson) im Film „Spider-Man“ (2002), Regie: Sam Raimi, Drehbuch: David Koepp nach den Comics von Stan Lee und Steve DitkoQuelle → (öffnet in neuem Tab)

Der Gedanke

Im Film „Spider-Man“ (2002, Regie Sam Raimi) hat Peter Parker gerade gemerkt, dass er Kräfte besitzt, die sonst niemand hat, und prompt einen Mitschüler verprügelt. Sein Onkel Ben, gespielt von Cliff Robertson, redet ihm daraufhin ins Gewissen: Nur weil Peter es kann, habe er noch lange nicht das Recht dazu. Dann fällt der Satz, den Peter am Ende des Films selbst wiederholt: „Remember, with great power comes great responsibility.“ Sinngemäß übersetzt: «Denk daran: Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.» Erfunden hat ihn der Film nicht. Zum ersten Mal stand er 1962 als Schlusssatz im Comic „Amazing Fantasy“ Nr. 15 von Stan Lee und Steve Ditko.

Superkräfte hat im Alltag kaum jemand, aber in vielen Familien hängt sehr viel an der Arbeitskraft von einem oder zwei Menschen. Miete oder Kredit, Kita und Wocheneinkauf laufen über dieses Einkommen, und was davon bliebe, wenn es durch einen Todesfall wegfällt, wissen die meisten nur ungefähr. Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt eine Witwen- oder Witwerrente, wenn das Paar verheiratet war oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft gelebt hat, die in der Regel mindestens ein Jahr bestand, und wenn die verstorbene Person mindestens fünf Jahre versichert war. Die große Witwenrente beträgt nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung grundsätzlich 55 Prozent der Rente, die der Partner bezogen hat oder bezogen hätte. Wer beim Tod des Partners jünger als 46 Jahre und sechs Monate ist (diese Grenze gilt für 2026 und steigt bis 2029 auf 47), kein Kind unter 18 erzieht und nicht erwerbsgemindert ist, bekommt die kleine Witwenrente mit 25 Prozent, und das höchstens zwei Jahre lang. Eigenes Einkommen über einem Freibetrag wird zu 40 Prozent angerechnet. Kinder können eine Halb- oder Vollwaisenrente erhalten.

Wer ohne Trauschein zusammenlebt, geht bei der Witwenrente leer aus, auch nach vielen gemeinsamen Jahren. Die Lücke, die dann entsteht, kann eine Risikolebensversicherung schließen. Sie zahlt nur im Todesfall und dient laut Verbraucherzentrale ausdrücklich nicht dem Vermögensaufbau. Wie du den Ausfall der Arbeitskraft zu Lebzeiten absicherst, steht auf der Seite zur Berufsunfähigkeit, und wie Unterlagen auch für den anderen verständlich werden, beschreibt der Impuls Schwarz auf weiß. Die Reihenfolge bleibt dieselbe: erst verstehen, wo du stehst und ob ein Polster da ist, dann absichern, was schwer zu ersetzen wäre, danach aufbauen und von Zeit zu Zeit anpassen.

Eine fiktive Geschichte

Die Personen und der Ablauf sind frei erfunden.

Hakan ist 40 und Schichtleiter in einer Brauerei in Dortmund. Mit Nele, die halbtags in einer Zahnarztpraxis arbeitet, lebt er seit vierzehn Jahren zusammen. Geheiratet haben die beiden nie, weil es, wie Hakan gern sagt, nie gedrängt hat. Vor zwei Jahren haben sie ein Reihenhaus gekauft, und den größten Teil der Rate zahlt sein Gehalt. Am Freitagabend setzt sich ihr Sohn Mats, zwölf, mit einer Schüssel Popcorn neben ihn und will unbedingt den alten Spider-Man-Film sehen, während seine Schwester Ida, sieben, oben schon schläft. Als Onkel Ben seinen berühmten Satz sagt, spricht Hakan ihn halblaut mit, und Mats verdreht die Augen.

Als die Kinder im Bett sind, räumt Nele die Schüssel weg und fragt, eher beiläufig, was eigentlich wäre, wenn ihm etwas passiert. „Dann bekommst du Witwenrente“, sagt Hakan, „dafür zahle ich doch seit zwanzig Jahren ein.“ Nele tippt auf ihrem Handy, liest eine Weile auf der Seite der Rentenversicherung und hält ihm dann den Bildschirm hin. „Nur, wenn wir verheiratet sind. Mats und Ida bekämen Waisenrente, ich nichts. Und das Haus läuft auf uns beide.“ Hakan liest den Absatz zweimal und legt das Handy dann mit dem Display nach unten auf den Tisch.

Eine Weile sagen beide nichts. Dann sieht Hakan sie an und stellt die Frage, an die er bis dahin nicht gedacht hat: „Und wenn dir etwas passiert? Wer holt dann Ida mittags von der Schule ab, und wer macht das, was du sonst alles nebenbei machst?“ Nele lacht kurz, aber eine Antwort hat sie nicht. Sie bleiben noch lange am Küchentisch sitzen, und zum ersten Mal reden sie über beide Seiten.

Was das bedeutet

  1. 01

    Die Zeile spricht Onkel Ben (Cliff Robertson) in „Spider-Man“ (2002). Sie geht auf den Comic „Amazing Fantasy“ Nr. 15 von Stan Lee und Steve Ditko aus dem Jahr 1962 zurück. Hier zählt ihr Kern: Wenn andere von deiner Arbeitskraft leben, trägst du auch dafür Verantwortung, was ohne sie wäre.

  2. 02

    Die Witwenrente ersetzt nur einen Teil: grundsätzlich 55 Prozent der Rente des Partners, bei der kleinen Witwenrente 25 Prozent für höchstens zwei Jahre, und eigenes Einkommen wird teilweise angerechnet. Ob das für den Alltag reicht, zeigt erst eine eigene Rechnung.

  3. 03

    Anspruch auf Witwenrente haben nur Ehe- und eingetragene Lebenspartner. Wer unverheiratet zusammenlebt, sollte das wissen, bevor ein gemeinsamer Kredit oder Kinder dazukommen. Die Waisenrente für die Kinder hängt dagegen nicht an der Ehe der Eltern.

  4. 04

    Eine Risikolebensversicherung zahlt nur im Todesfall. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät, die Summe aus dem Einkommen abzuleiten, das für eine bestimmte Zahl von Jahren fehlen würde, abzüglich dessen, was Witwen- oder Waisenrente auffangen.

Weiterdenken

Quellen und weiteres Lesen

Hinweis zur Erstellung

Dieser Inhalt kann mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt sein.

Kurz zur Einordnung

Dies ist allgemeine Information und Orientierung, keine individuelle Beratung.

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