CapitalPath Impuls

Was wir mit der Zeit anfangen

Den Rentenbeginn sucht man sich nur zum Teil aus. Ein Impuls über eine Zeile aus „Der Herr der Ringe“ und darüber, warum ein früherer Ruhestand eine Entscheidung mit Folgen für jeden Monat danach ist.

Nilesh Kulkarni · CapitalPath

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Abstrakte Illustration: eine Sanduhr neben einer Zeitleiste mit drei markierten Punkten, von denen ein ruhiger Pfad zu einem offenen Kreis führt.

All we have to decide is what to do with the time that is given to us.

Gandalf (Ian McKellen) im Film „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ (2001), Regie: Peter Jackson, Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens und Peter Jackson nach dem Roman von J. R. R. TolkienQuelle → (öffnet in neuem Tab)

Der Gedanke

Im ersten Teil der „Herr der Ringe“-Verfilmung, „Die Gefährten“ (2001, Regie Peter Jackson), sitzen Frodo und Gandalf in den Minen von Moria, und Frodo sagt, er wünschte, der Ring wäre nie zu ihm gekommen. Gandalf, gespielt von Ian McKellen, antwortet ihm: „So do all who live to see such times; but that is not for them to decide. All we have to decide is what to do with the time that is given to us.“ Sinngemäß übersetzt: «Das wünschen sich alle, die solche Zeiten erleben, aber darüber haben sie nicht zu entscheiden. Wir müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen, die uns gegeben ist.» Die Zeile stammt fast wörtlich aus J. R. R. Tolkiens Roman von 1954.

Beim Ruhestand geht es vielen ähnlich. Wann man geboren ist, welche Reformen kommen und wie das Berufsleben verlaufen ist, lässt sich im Nachhinein nicht mehr ändern. Eine Sache entscheidest du aber selbst, und sie wird oft unterschätzt: wann deine Rente beginnt. Für alle, die 1964 oder später geboren sind, liegt die Regelaltersgrenze bei 67 Jahren. Wer 35 Versicherungsjahre hat, kann nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung schon ab 63 gehen, bekommt dann aber für jeden Monat vor dem regulären Rentenbeginn 0,3 Prozent weniger Rente, insgesamt bis zu 14,4 Prozent. Dieser Abschlag bleibt dauerhaft, also auch mit 80 noch. Umgekehrt gibt es für jeden Monat, den du die Regelaltersrente später beginnst, einen Zuschlag von 0,5 Prozent.

Ob ein früherer Ruhestand für dich trotzdem richtig ist, hängt an deiner Gesundheit, an deinem Beruf und an dem, was sonst an Geld da ist. Rechnen solltest du es aber, bevor du dich festlegst, und zwar über die ganzen Jahre im Ruhestand. Wie kurzfristige Erleichterung und spätere Kosten gegeneinander stehen, beschreibt auch der Impuls Door ka nuksaan. Was eine private Ergänzung leisten kann, steht auf der Seite zur privaten Altersvorsorge. Die Reihenfolge bleibt dieselbe: erst verstehen, wo du stehst und ob ein Polster da ist, dann absichern, was schwer zu ersetzen wäre, danach aufbauen und von Zeit zu Zeit anpassen.

Eine fiktive Geschichte

Die Personen und der Ablauf sind frei erfunden.

Uwe ist 58 und arbeitet als Disponent bei einer Spedition in Bremen. In der Frühstückspause reden die Kollegen seit Wochen über kaum etwas anderes als die Rente mit 63. Einer hat schon ein Datum im Kalender, ein anderer zählt die Wochen. Uwe hört zu und rechnet heimlich mit. Er war Anfang der Neunziger ein paar Jahre selbstständig, mit einem Imbiss, der nicht lief, und in diesen Jahren hat er nichts in die Rentenkasse eingezahlt. Seitdem hat er das Gefühl, immer ein Stück hinterherzulaufen.

Am Samstag sitzt sein Sohn Jannik zum Essen da, und Uwe erzählt ihm von den Gesprächen in der Pause. Jannik klappt den Laptop auf und öffnet den Rentenbeginnrechner der Deutschen Rentenversicherung. Uwe ist 1968 geboren, seine Regelaltersgrenze liegt also bei 67. Mit 63 würde er vier Jahre früher gehen, das wären 48 Monate mal 0,3 Prozent, also 14,4 Prozent weniger, und zwar für den Rest seines Lebens (nur ein Beispiel, kein Ergebnis für dich). „Hätte ich damals nicht diesen Imbiss aufgemacht“, sagt Uwe, „müsste ich jetzt nicht rechnen.“ Jannik zuckt mit den Schultern. „Den Imbiss gab es nun mal. Die Frage ist doch, was du mit den neun Jahren bis 67 machst.“

Beim Abwasch liest Jannik vor, dass man ab 50 eine Auskunft bekommen kann, wie viel man einzahlen müsste, um einen Abschlag auszugleichen. Uwe weiß noch nicht, ob er das will, und auch nicht, ob 63, 65 oder 67 das richtige Alter für ihn ist. Sie verabreden, dass Jannik zwischen den Jahren zwei Tage bleibt und sie die Zahlen dann zusammen durchgehen. Uwe trägt den Termin selbst in den Kalender am Kühlschrank ein.

Was das bedeutet

  1. 01

    Die Zeile spricht Gandalf (Ian McKellen) in „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ (2001), nach Tolkiens Roman. Hier zählt ihr Kern: Was gewesen ist, kannst du nicht ändern, aber du entscheidest, was du mit der Zeit machst, die vor dir liegt.

  2. 02

    Der Rentenbeginn ist eine Entscheidung mit Dauerwirkung. Wer vorzeitig geht, bekommt für jeden Monat 0,3 Prozent weniger Rente, ein Leben lang. Wer später beginnt, erhält je Monat 0,5 Prozent mehr.

  3. 03

    Für die Jahrgänge ab 1964 liegt die Regelaltersgrenze bei 67. Wer 45 Versicherungsjahre zusammenbekommt, kann laut Deutscher Rentenversicherung mit 65 ohne Abschlag gehen. Welche Zeiten bei dir zählen, zeigt dein Versicherungsverlauf.

  4. 04

    Abschläge lassen sich bis zur Regelaltersgrenze durch zusätzliche Beiträge ausgleichen. Die Grundlage dafür ist eine Auskunft der Rentenversicherung, die ab 50 möglich ist. Ob sich das für dich lohnt, klärt erst ein genauer Blick auf deine ganze Lage.

Weiterdenken

Quellen und weiteres Lesen

Hinweis zur Erstellung

Dieser Inhalt kann mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt sein.

Kurz zur Einordnung

Dies ist allgemeine Information und Orientierung, keine individuelle Beratung.

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