CapitalPath Impuls

Steter Tropfen

Warum das Warten auf die große Summe beim Vermögensaufbau oft länger dauert als nötig und was ein kleiner, regelmäßiger Betrag leisten kann. Ein Impuls mit belegtem Zitat von Ovid.

Nilesh Kulkarni · CapitalPath

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Abstrakte Illustration: gleichmäßige Tropfen fallen auf einen Stein, darunter wächst Schicht um Schicht eine ruhige Säule.

Gutta cavat lapidem, consumitur anulus usu.

OvidQuelle → (öffnet in neuem Tab)

Der Gedanke

Ovid verbrachte seine letzten Lebensjahre in der Verbannung am Schwarzen Meer und schrieb von dort Briefe in Versen nach Rom. In einem davon, an seinen Freund Albinovanus, steht: „Gutta cavat lapidem, consumitur anulus usu.“ Sinngemäß übersetzt: „Der Tropfen höhlt den Stein, der Ring nutzt sich durch das Tragen ab.“ Ovid zählt dort auf, was die Zeit alles zermürbt, und klagt, dass ausgerechnet sein Kummer davon verschont bleibt. Im Deutschen ist aus der ersten Hälfte das Sprichwort vom steten Tropfen geworden, und mit dem Kummer hat es heute nichts mehr zu tun.

Beim Vermögensaufbau warten viele auf den einen großen Betrag: die Steuererstattung, den Bonus, den Monat, in dem endlich mehr übrig bleibt. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass es Sparpläne meist schon ab einem Euro im Monat gibt und dass sich bei einem ETF-Sparplan die Rate jederzeit ändern, aussetzen und später wieder fortsetzen lässt. Sie sagt auch dazu, dass Sparpläne insgesamt meist etwas teurer sind als eine einzelne große Anlage. Dafür muss man sich nicht ständig um neue Anlagen kümmern, und gerade daran scheitert das gute Vorhaben oft.

In „Mein Ansatz“ ist Aufbauen der dritte Schritt, nach dem Polster für den Alltag und der Absicherung dessen, was schwer zu ersetzen wäre. Für Anlagen, die schwanken können, nennt die Verbraucherzentrale Geld, das man in den nächsten fünf Jahren sehr wahrscheinlich nicht braucht. Wenn diese Grundlagen stehen, bewegt ein kleiner Betrag, der jeden Monat verlässlich vom Girokonto geht, oft mehr als eine große Summe, die nie zusammenkommt.

Eine fiktive Geschichte

Die Personen und der Ablauf sind frei erfunden.

Malte ist 36 und Elektromeister in einem kleinen Betrieb. Seit Jahren nimmt er sich vor, mit dem Sparen richtig anzufangen, sobald einmal eine größere Summe da ist. Im Frühjahr sollte es die Steuererstattung sein, die dann für neue Reifen draufging. Im Herbst sollte es das Weihnachtsgeld sein, doch nach den Geschenken und einer Nachzahlung für die Nebenkosten war davon so wenig übrig, dass er die Sache wieder ins nächste Jahr schob.

Im Januar fährt er mit seiner Kollegin Aylin zu einer Baustelle. Sie erzählt beiläufig, dass seit ihrer Ausbildung jeden Monat ein kleiner Betrag in einen Sparplan geht und sie ihn längst nicht mehr bemerkt. Am Abend sieht Malte seine Kontoauszüge vom letzten Jahr durch. Fast jeden Monat blieb am Ende ein Rest auf dem Konto, der ein paar Tage später irgendwo im Alltag verschwunden war. Das Polster auf dem Tagesgeldkonto hatte er im Sommer aufgefüllt, und die Absicherung seiner Arbeitskraft hatte er schon im Jahr davor geklärt. Im Weg stand eigentlich nur das Warten.

Er legt einen Betrag fest, den er auch in einem teuren Monat nicht vermissen würde, 50 Euro (nur ein Beispiel), und schreibt seiner Freundin Jana: „Ab dem Ersten geht jeden Monat was weg, wenig, aber jedes Mal. Wenn es mal eng wird, setze ich aus. Schaust du im Sommer mit mir drauf?“ Jana schickt einen Daumen und dazu: „Dann musst du ja nicht mehr auf Weihnachten warten.“

Was das bedeutet

  1. 01

    Wer auf die eine große Summe wartet, fängt oft gar nicht an. Ein kleiner Betrag, der regelmäßig geht, macht aus einem Vorsatz eine Gewohnheit.

  2. 02

    Laut Verbraucherzentrale gibt es Sparpläne meist schon ab einem Euro im Monat. Bei einem ETF-Sparplan lässt sich die Rate jederzeit ändern, aussetzen und später fortsetzen.

  3. 03

    Sparpläne sind insgesamt meist etwas teurer als eine einzelne große Anlage. Im Gegenzug muss man nicht jedes Mal neu entscheiden, und das hilft beim Dranbleiben.

  4. 04

    Aufbauen kommt nach Polster und Absicherung. Die Sparrate sollte aus Geld kommen, das man auch in einem schlechten Monat nicht braucht.

Weiterdenken

Quellen und weiteres Lesen

Hinweis zur Erstellung

Dieser Inhalt kann mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt sein.

Kurz zur Einordnung

Dies ist allgemeine Information und Orientierung, keine individuelle Beratung.

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